Slevogthof

Meierhof der Reichsburg Neukastel

Im 12./13. Jahrhundert wurde der heutige Slevogthof als Meierhof der Reichsburg Neukastel erbaut. Die Burg bildete zusammen mit den Burgen Anebos und Münz das Vorburgensystem der Reichsburg Trifels, wurde aber in den Jahren 1525 und 1689 zerstört und seither nur noch eine Ruine. Auch der Meierhof wurde 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstört.

 

 

Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf den verbliebenen Fundamenten unterhalb der Burgruine ein Herrenhaus errichtet, welches später als Gastwirtschaft geführt wurde. Später erwarb Dr. Peter Finkler, Slevogts späterer Schwiegervater, das Anwesen und den umliegenden Wald. Peter Finkler war es, der den im Stile der Romantik gestalteten achteckigen, zinnenbewehrten Turm auf Neukastel baute.

Im Wesentlichen ist die Bausubstanz dieses Herrenhauses auch heute noch erhalten, wenn auch in vielen Teilen erneuert oder erweitert. Der spätere "Slevogthof" ist ein einfaches, vielgliedriges Gebäudeensemble mit Innen- und Vorhof und einer in Terrassen angelegte Gartenanlage.

 

 

In den Händen des Künstlers

1914 erwarb Max Slevogt den Gutshof. Die Familie seiner Frau konnte das Anwesen aus finanziellen Gründen nicht mehr halten. Dennoch gelang es Slevogt bei der Versteigerung der Finklerschen Besitztümer Neukastel für sich und seine Frau zu ersteigern.

In den folgenden Jahren wurden parallel zum bestehenden Westflügel ein Trakt mit Wohnzimmer, Musiksaal und Bibliothek errichtet, der im Sommer 1923 bezogen wurde. 1924 hat Slevogt den Musiksaal ausgemalt. Nach eigenen Worten „ein Opernbilderbogen im Großen: Zauberflöte, Don Juan, Siegfried und Faust sind die Figuren."

Erst fünf Jahre später (1929) bemalt er den Plafond der Bibliothek: In die vier Ecken des Raumkastens brachte er die vier Ausdrucksformen der Literatur und Dichtung: das Märchen, stellvertreten durch die Rahmenerzählung aus 1001 Nacht; der Roman, beispielhaft durch „Lederstrumpf"; das Drama, zunehmend für ihn identisch mit Shakespeares „Macbeth"; das Epos, jenseits aller klassischen Entleerung blutvoll lebendig in der „Ilias".

Diese Decken- und Wandmalereien sind auch heute noch im Originalzustand vorhanden.

1932 verstarb Max Slevogt auf Neukastel und wurde auf der nahe gelegenen Familiengrabstätte, auf der bereits unter anderem seine Mutter, seine Schwiegereltern und später auch seine Frau bestattet wurden, begraben.

 

 

Der Slevogthof heute

Nach Slevogts Tod ging der Slevogthof an seine Tochter Nina und später an seine Nachkommen über. In den 70er und 80er Jahren wurde der Gutshof zum Ausflugslokal und Museum umgebaut. Einige Wohn- und Arbeitsräume wurden dabei zum Glück verschont. So ist z.B. das Musikzimmer noch im original möblierten Zustand und mit Slevogts Decken- und Wandmalereien.

2011 kaufte der Landauer Architekt Thorsten Holch den Slevogthof. Aufgrund von Renovierungen ist das Gebäude seit Juni 2011 für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 

Führungen auf dem Slevogthof

Individuelle Termine für Gruppen ab 15 Personen, können über die ARCHImedes Bauträger GmbH vereinbart werden:

Dagobertstraße 1

76829 Landau

06341 900900

info@archimedes-landau.de

Adresse

Pfälzerwald

Region Südliche Weinstrasse

Landau-Land

E-Mail urlaub@landau-land.de

Telefon 0049 (0) 6345 3531

Homepage http://www.landauland.de

Öffnungszeiten

Der Slevogthof ist aufgrund Renovierungsarbeiten auf ungewisse Zeit geschlossen!

  • Museum/Galerie
  • Historische Bauten

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