Max Slevogt

Ein Künstler von Welt in Leinsweiler

Der junge Slevogt

Max Slevogt wurde als Sohn des bayrischen Hauptmanns Friedrich von Slevogt am 8. Oktober 1968 in Landshut geboren. Nach dem Tod des Vaters zog Slevogt mit seiner Mutter Caroline von Slevogt nach Würzburg. Schon in der Schulzeit besuchte er häufig Landau und die Familie Finkler, die auf dem Gutshof Neukastel lebte.

Früh stand fest, dass Slevogt sein Leben der Kunst widmen würde. So ging er nach seiner Schulausbildung 1884 nach München um dort die Akademie der Bildenden Künste zu besuchen.

Der Reisende

Nach seinem Studium zog es Slevogt hinaus in die Welt: Zuerst während einer Studienreise mit seinem Freund Robert Breyer nach Italien, zur Rembrandt-Ausstellung nach Amsterdam und zur Weltausstellung nach Paris, nach Berlin wo er gemeinsam mit Lovis Corinth Mitglied der Berliner Sezession wurde und später auch nach Ägypten.

Während des Ersten Weltkriegs wurde er als offizieller Kriegsmaler an die Westfront geschickt. Die schockierenden Erlebnisse während dieser Zeit kommentierte er für Satire-Zeitschriften mit dem leichten Strich der Karikatur.

Viele Eindrücke seiner Reisen hielt er meist noch während der Reise auf der Leinwand fest.

Der Künstler

Slevogt war ein sehr vielfältiger Künstler mit einem breiten Spektrum an Motiven und Techniken.  In schnellen Pinselstrichen bannte er das Gesehene in nur wenigen Minuten auf die Leinwand. Augenblicke werden an Ort und Stelle festgehalten, zumeist in der Natur.

Bekannt wurde er durch seine Bilder, die er rund um seine Wahlheimat zeichnete: Landschaften geprägt durch den Weinbau, Ausblicke in und aus dem Pfälzerwald, den Slevogthof selbst. Genauso bedeutsam sind aber auch Portraits seiner Familienmitglieder - seiner Frau Nini, seiner Kinder Nina und Wolfang, seine Schwiegereltern, aber auch von sich selbst.

Typisch für seine Werke sind die den Impressionismus prägenden hellen Farben, Licht- und Schatteneffekte, die scheinbare Zufälligkeit des Bildausschnittes, einzelne nebeneinander gesetzte Pinselstriche, die erst aus der Distanz die Gesamtheit des Bildes erfassen lassen.

Slevogt - Blick auf die Münz
Blick auf die Münz um 1890, Öl/Pappe, 49 x 72,5 cm / GDKE Rheinland-Pfalz, Landesmuseum Mainz

Der Familienmensch

Während seiner zahlreichen Besuche bei Familie Finkler auf Gut Neukastel verliebte sich Slevogt in die Tochter des Zigarrenfabrikanten: Antoine.

1898 heiratete er schließlich seine Nini, 1907 und 1908 kamen ihre Kinder Nina und Wolfgang zur Welt. 1914 kaufte er den "Slevogthof" seinem Schwiegervater ab und gestaltete ihn ganz nach seiner Fasson.

Slevogt war ein Familienmensch, der die Geselligkeit im Kreise seiner Familie, aber auch der zahlreichen Gäste auf dem Gut liebte. Das gute, genussvolle Leben in der Südpfalz erdet und prägt ihn. Die Liebe zu seiner Familie und seiner Wahlheimat inspirieren ihn und stellen vielfach die Motive seiner Werke dar.

Am 20. September 1932 starb Slevogt auf Neukastel und wurde auf der Familiengrabstätte der Familie Finkler, nahe des Gutes, bestattet.

Picknick - Familienbild 1903, Öl/Leinwand, 160 x 200 cm / GDKE Rheinland-Pfalz, Landesmuseum Mainz
Picknick - Familienbild 1903, Öl/Leinwand, 160 x 200 cm / GDKE Rheinland-Pfalz, Landesmuseum Mainz